Ausgangslagen
„Wenn wir uns fragen, wann in der Schule der geeignete Moment für das Thema Tod ist, dann kann die Antwort nur lauten: immer, doch immer anders. Wo das Leben aktuell ist, da ist auch das Thema Tod aktuell“1.
Nichtsdestotrotz kann man zwischen zwei primären Ausgangslagen zur Thematisierung unterscheiden. Diese werden innerhalb der nächsten Grafik näher ausgeführt.
Klicken oder tippen Sie für weitere Informationen auf die Schilder.

Tod & Trauer als Sachthema
• sachliche und theoretische Auseinandersetzung mit dem Themenkomplex
• Thematisierung kann in allen Klassenstufen (mehrmals!) erfolgen
• fächerübergreifende Thematisierung möglich, z.B. biologische Aspekte, Tod und Trauer in verschiedenen Religionen/Kulturen, literarischer Bezug durch (Bilder-)Bücher, ästhetischer Bezug (z.B. künstlerische, musikalische und/oder performative Auseinandersetzung)
• ermöglicht grundlegende Auseinandersetzung mit dem Tod und der eigenen Endlichkeit (Selbstreflexion), Vorbereitung auf weiteres Leben, zu dem der Tod stets dazugehört
vgl. Bube 2012, 132ff.
Tod & Trauer als aktuelles Thema
• erneute Unterteilung in zwei Ausgangssituationen:
1. aktueller, konkreter Todesfall in der Schule oder im Umfeld der Schüler*innen/Lehrer*innen
2. Begleitung progredient (fortschreitend und somit lebensverkürzend) erkrankter Schüler*innen
• stellt enorme Herausforderung für die Lehrkraft dar
• vorhandener Leitfaden der Schule bzw. gemeinsame Erstellung eines solchen Leitfadens kann an dieser Stelle sehr hilfreich sein
• Orientierung bei der Begleitung von Schüler*innen in Trauerphasen bieten die Traueraufgaben
• Anknüpfung an vorhandene Todesvorstellungen von Kindern zentral
Literatur

1 Amuat, 2001; zitiert nach Jennessen, Sven (2008): Krankheit, Sterben und Trauer als Themen in der Schule – Wege der Enttabuisierung. In: Begleiten – Abschiednehmen – Trauern. Kinder mit lebensverkürzender Erkrankung. Düsseldorf: Verl. Selbstbestimmtes Leben. S. 30.
2 Bube, Martin (2012): Sterben und Tod als Unterrichtsthema für Schüler mit geistiger Behinderung. Hamburg: Diplomica Verlag. S. 132ff.