Das EOP-Begleitseminar und Aufgaben während des Praktikums

Das EOP-Begleitseminar setzt sich zusammen aus der Vorbereitungsphase, der Begleitphase und der Nachbereitungsphase. Neben obligatorischen Inhalten und Elementen gibt es auch die Möglichkeit, sich interessengleitetet mit verschiedenen Wahlthemen auseinanderzusetzen.
Hier stellen wir Ihnen diese Inhalte und Elemente vor und geben Ihnen jeweils Hinweise an die Hand, wie Sie auf diese während des Praktikums eingehen können.
1. Struktur des Begleitseminars
Das universitäre EOP-Begleitseminar dient dazu, auf das Praktikum vorzubereiten und Erfahrungen zu reflektieren. Es ist ein schulform- und fachübergreifendes Seminar, an dem i.d.R. 25 Studierende teilnehmen. Das Seminar findet wöchentlich während der Vorlesungszeit statt, gliedert sich in die zwei Sitzungsformate Seminarsitzungen und Lernteamsitzungen und beinhaltet drei Phasen.
Vorbereitungsphase (Vorlesungszeit)
Vorbereitend erarbeiten sich die Studierenden Inhalte und reflektieren über Kompetenzerwartungen, die an den Lehrer*innenberuf geknüpft sind. Sie beginnen mit der Arbeit an ihrem ePortfolio und entwickeln eine Beobachtungsfrage. Wir empfehlen den Studierenden, diese Ziele und Aufgaben vor Praktikumsbeginn mit der Praktikumsschule abzusprechen.
Vorlesungsfreie Zeit (etwa Feb/März bzw. Aug/Sept)
Während des Praktikums findet eine begleitende Beratungssitzung statt, deren Fokus auf dem Erfahrungsaustausch und der Beobachtungsfrage liegt. Zusätzlich arbeiten sie weiter an einem individuell gewählten Wahlthema und kommen mit ihren Kommiliton*innen in den Austausch.
Nachbereitungsphase (vorlesungsfreie Zeit am Ende des Praktikums bzw. danach)
In der Nachbereitungsphase findet eine Abschlusssitzung statt. Hierbei geht es um die Reflexion der Praktikumserfahrungen und Erkenntnisse, die für die weitere Professionalisierung genutzt werden. Die Grundlage hierfür bildet das ePortfolio, welches die Studierenden während des gesamten Prozesses begleitet.
2. Aufgaben während des EOP
Die Studierenden werden durch Dozierende und den EOP-Begleitkurs digital auf ihr Praktikum vorbereitet und begleitet. Dabei gibt es Einzelaufgaben, Lernteamaufgaben (das sind Kleingruppen von 3-5 Studierenden) und Aufgaben, in denen das ganze Seminar (ca. 25 Studierende) Inhalte erarbeitet.

Im Seminar arbeiten die Studierenden u.a. zu den Kernaufgaben von Lehrer*innen – “Unterrichten”, “Erziehen”, “Beurteilen und Beraten” und “Innovieren” und kommen mit anderen Studierenden und den Dozierenden in den Austausch.

Darüber hinaus entscheiden sich die Studierenden für ein Wahlthema, das sie besonders interessiert. Hierzu bilden sich Lernteams, die sich das Thema gemeinsam erarbeiten.

Sie formulieren eine Beobachtungsfrage, die sie durch ihr Praktikum begleitet. Diese kann, muss sich aber nicht, aus dem gewählten Wahlthema ergeben.

Sie dokumentieren Ihre Arbeitsschritte und Ergebnisse in ihrem ‚Portfolio Praxisphasen‘. Dieses dient darüber hinaus auch der Reflexion der Erfahrungen und der eigenen Berufswahlmotivation.
3. Seminarinhalte

Informationen und einen Überblick über sämtliche Seminarinhalte finden sich im EOP – digitaler Begleitkurs.
3.1 Kernaufgaben von Lehrer*innen
In Anlehnung an die Standards für die Lehrer*innenbildung der Kultusministerkonferenz werden im Seminar folgende vier Standards als „Kernaufgaben“ bearbeitet:
- Unterrichten – Lehrerinnen und Lehrer sind Fachleute für das Lernen und Lehren.
- Erziehen – Lehrerinnen und Lehrer sind sich bewusst, dass die Erziehungsaufgabe in der Schule eng mit dem Unterricht und dem Schulleben verknüpft ist.
- Beurteilen (und Beraten) – Lehrerinnen und Lehrer beraten sach- und adressatenorientiert und üben ihre Beurteilungsaufgabe gerecht und verantwortungsbewusst aus.
- Innovieren – Lehrerinnen und Lehrer bringen sich aktiv in die Schulentwicklung ein und entwickeln auch ihre eigenen Kompetenzen ständig weiter.
Was bedeutet das für mich als Mentor*in?

Kommen Sie gerne mit den Studierenden über diese „Kernaufgaben“ ins Gespräch. Wir freuen uns, wenn Sie den Studierenden vielfältige Einblicke in die Aufgaben des Lehrer*innenberufs ermöglichen können.
Im Bereich “Seminarinhalte” finden Sie konkretere Vorschläge dafür.
3.2 Wahlthemen
Zu Beginn des Seminars wählen die Studierenden interessengeleitet ein Thema und bilden entsprechende Lernteams. Zu diesen Wahlthemen werden sie seminarbegleitend recherchieren und arbeiten. Folgende Themen, die als exemplarisch für die gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen im (schulischen) Bildungsbereich gelten können, stehen aktuell zur Wahl:
- Digitalisierung
- Nachhaltigkeit und Bildung für nachhaltige Entwicklung
- Gesundheit und Schule
- Innovative & alternative Schulkonzepte
- Demokratiebildung
- Diversität in der Schule
- Sprachbildung in der Schule
Angeleitet wird die Auseinandersetzung mit den Themen durch einen didaktisch aufbereiteten Wahlthemenbereich im EOP – digitaler Begleitkurs.
Was bedeutet das für mich als Mentor*in?

Kommen Sie gerne mit den Studierenden über ihr Wahlthema ins Gespräch. Vielleicht ergibt sich so noch eine interessante Möglichkeit für die Studierenden, weitere Einblicke in den Schulalltag zu erhalten. Die Studierenden erarbeiten ihr Wahlthema eigenständig mit ihrem Lernteam.
3.3 Die Beobachtungsaufgabe (Forschendes Lernen)
Es gibt noch weitere Elemente, die feste Bestandteile des EOP-Begleitseminars sind und dabei helfen, die in den LZV verankerten Kompetenzerwartungen[1] an das EOP-Modul zu erreichen.
Hierzu gehört die Entwicklung, Durchführung und Reflexion einer Beobachtungsfrage.
Begleitet durch die/den Dozierende*n entwickeln die Studierenden eine Fragestellung – idealerweise im Kontext ihres Wahlthemas –, die mit Hilfe der Methode der Beobachtung während des Praktikums bearbeitet wird.[2] Im Fokus können sämtliche (beobachtbare) Aspekte des Schüler*innen- oder Lehrer*innenhandeln und deren Interaktion im Rahmen von Unterricht oder außerunterrichtlichen schulischen Aktivitäten sein.
Literaturangaben

[1] Siehe LZV vom 25.4.2016, §7: https://recht.nrw.de/lmi/owa/br_vbl_detail_text?anw_nr=6&vd_id=15620&vd_back=N
[2] Vgl. zu den methodischen Grundlagen: Topsch, W. (2002). Beobachten im Praktikum – wie geht das? In: ders. Grundwissen: Schulpraktikum und Unterricht. Neuwied/Kriftel, S. 31–44.
Was bedeutet das für mich als Mentor*in? Was ist mit dem Datenschutz?

Was bedeutet das für mich als Mentor*in?
Sprechen Sie die Studierenden gerne an, welche Beobachtungsfrage sie entwickelt haben. Viele Studierende werden sich sicherlich mit Ihnen über ihre Beobachtungsfragen austauschen wollen. Wir regen die Studierenden dazu an, das Gespräch mit ihren Mentor*innen zu suchen und im Gespräch herauszufinden, wie sie ihr Beobachtungsvorhaben in der Praxis umsetzen können (In welchen Stunden wäre meine Beobachtung sinnvoll? Welche Rolle nehme ich ein? Wo kann ich am besten beobachten (vorne, hinten in der Klasse), während der Pause? Und nicht zuletzt: Ist meine Frage auch beobachtbar oder muss ich noch etwas ändern?)
Was ist mit dem Datenschutz?
Selbstverständlich unterliegen die Studierenden der Schweigepflicht und dem Datenschutz. Wir weisen darauf hin und die Studierenden reichen bei Ihnen auch ein entsprechendes Formular ein, dass sämtliche Daten anonymisiert erhoben werden und keine Klarnamen (weder der Schule noch von Beteiligten) aufgenommen und weitergegeben werden. Auch in den Seminaren wird anonymisiert über die Erfahrungen im Praktikum gesprochen.
3.4 Studien- und Berufswahlmotivation
Die Reflexion der Studien- und Berufswahlmotivation ist begleitender Bestandteil des Seminars sowie des Portfolios und Praktikums und verfolgt diese Ziele:
- Reflexion der eigenen Berufswahlmotivation
- Entwicklung eines realistischen Berufsbilds und Ausbau eigener Kompetenzen
- Stärkung der Entscheidungssicherheit
Was bedeutet das für mich als Mentor*in?

Wir freuen uns, wenn Sie die Studierenden bei ihrer Berufswahlreflexion unterstützen. In unseren Vorschlägen für Gespräche mit den Studierenden finden Sie einige Vorschläge. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Unterstützung der Reflexion der Berufswahlentscheidung.
Die Studierenden sollen sich bewusst mit der Frage auseinandersetzen, ob der Beruf Lehrer*in zu ihnen passt und ob sie zum Beruf passen. Grundlage dieser Einschätzung sollen die Erfahrungen des Praktikums sein.
Daher regen wir an, dass die Studierenden die zahlreichen Facetten des Lehrer*innenberufs kennenlernen und nicht nur den Unterricht der studierten Fächer. Sie sollten in viele Aufgaben Einblicke erhalten. Der Punkt „Erkundung im Praktikum“ gibt weitere Hinweise.
3.5 Portfolioarbeit

Die Portfolioarbeit ist ein zentraler Bestandteil des entwicklungsbezogenen Professionalisierungsprozesses der Studierenden und begleitet sie durch alle Praxisphasen. Die erste Praxisphase (EOP) ist dabei besonders wichtig, um die Studierenden in die Portfolioarbeit einzuführen und ihre Reflexionsfähigkeiten zu fördern.
Im Portfolio dokumentieren und reflektieren die Studierenden ihre Beobachtungen sowie ihre eigenen Erfahrungen vor, während und nach dem Praktikum. Zusätzlich fließen berufsbiografische Aspekte sowie Erfahrungen aus dem Forschenden Lernen ein.
Durch verschiedene Formen des Feedbacks und durch gezielte Anregungen zur vertieften Auseinandersetzung mit den Portfolioinhalten – zum Teil auch in gemeinsamer Gestaltung – werden die Studierenden dabei unterstützt, ein tieferes Verständnis ihrer persönlichen und professionellen Entwicklung als zukünftige Lehrkraft zu erlangen.
Nachfolgend finden Sie eine strukturierte Darstellung der wichtigsten Aspekte der Portfolioarbeit. Bitte orientieren Sie sich zum Aufbau und Inhalt des Portfolios auch auf der entsprechenden Seite im digitalen Begleitkurs.
Wie bearbeiten die Studierenden die Aufgaben?
Format: Die Studierenden bearbeiten ihr Portfolio als ePortfolio in ILIAS. Für das Anlegen des Portfolios auf ILIAS, befindet sich ein ausführliches Anleitungsvideo im digitalen Begleitkurs.
Aufgaben und Reflexionsimpulse: Auf der Portfolioseite des digitalen Begleitkurs finden Studierende Aufgaben und Reflexionsimpulse, die sie bearbeiten müssen. Die Art der Bearbeitung (z.B. Fließtext, Stichpunkte, Zeichnungen) ist frei wählbar.
Individuelle Schwerpunkte: Studierende können individuelle Schwerpunkte setzen, sodass nicht alle Fragen einzeln beantwortet werden müssen.
Ziel: Die Studierenden sollen nicht nur beschreiben, was sie in der Praxisphase erlebt haben, sondern ihre Erfahrungen kritisch reflektieren und individuelle Handlungsoptionen entwickeln.
Welche Anforderungen werden an die Studierenden gestellt?
Reflexion als Schlüsselkompetenz: Studierende sollen ihre Erfahrungen reflektieren, um eine professionelle pädagogische Haltung zu entwickeln. Reflexion bedeutet nicht nur zu beschreiben, sondern Erfahrungen zu bewerten und kritisch zu hinterfragen.
Verknüpfung von Theorie und Praxis: Studierende sollen ihr theoretisches Wissen mit praktischen Erfahrungen abgleichen. Ziel ist es, nicht nur Erlebnisse zu dokumentieren, sondern daraus Schlüsse zu ziehen, die zur weiteren Professionalisierung führen.
Ein Portfolio gilt als bestanden, wenn die Studierenden aus Ihren Erfahrungen im Vorbereitungsseminar und Praktikum Schlussfolgerungen ziehen und konkrete Handlungsschritte für Ihre weitere berufliche Professionalisierung ableiten.
Welche "Reflexionsstufe" soll erreicht werden?
Stufen der Reflexion: Die Reflexion findet auf unterschiedlichen Ebenen statt; sie startet mit einer Beschreibung und ermöglicht eine Verknüpfung von Praxis und wissenschaftlicher Theorie.
Rückmeldung: Der Rückmeldebogen, den die Studierenden von ihren Dozierenden erhalten, gibt eine Orientierung über die erreichten Reflexionsstufen.
Das Portfolio wird mit „bestanden“ oder „nicht bestanden“ (nur Ebene 1, siehe Tabelle) bewertet. Maßgeblich ist nicht der Umfang, sondern die inhaltliche Qualität der Einträge. Folgende Aspekte sind dabei zu berücksichtigen:
- Vollständigkeit und klare Strukturierung
- Verknüpfung praktischer Erfahrungen mit theoretischen Grundlagen
- Ebenen der Reflexion (Primär- und Sekundärreflexion müssen erkennbar sein)
In Anlehnung an Bräuer (2014) lassen sich folgende Reflexionsebenen unterscheiden:
Ebene | Reflexionsstufe | Zielsetzung |
1 | Dokumentieren & Beschreiben | Sachverhalte und Erfahrungen nachvollziehbar darstellen |
2 | Analysieren & Interpretieren | Zusammenhänge und persönliche Deutungen sichtbar machen |
3 | Beurteilen & Bewerten | Kritische Bewertung auf Basis von Theorie und Rückmeldung |
4 | Planen & Weiterentwickeln | Konkrete Handlungsoptionen für zukünftige Praxis ableiten |
Welche konkreten Aufgaben bearbeiten die Studierenden?
Individuelle Schwerpunkte: Studierende können in ihren Reflexionen individuelle Schwerpunkte setzen und sind nicht verpflichtet, jede einzelne Frage ausführlich zu beantworten. Wenn Fragen nicht passend erscheinen oder nicht bearbeitet werden können, ist jedoch eine nachvollziehbare Erklärung erforderlich.
Integration in das Begleitseminar: Viele der Portfolioinhalte sind bereits in die Sitzungen des Begleitseminares integriert und entsprechend mit dem Portfolio Icon gekennzeichnet. Diese erarbeiteten Seminarinhalte sollen für die Portfolioarbeit im Seminar und zu Hause genutzt werden.
Wo finde ich die genauen Portfolioaufgaben?

Alle genauen Portfolioaufgaben finden sich in den entsprechenden Kursbereichen (Portfolio) des EOP – digitaler Begleitkurs.
Was bedeutet das für mich als Mentor*in?

Sie haben jederzeit die Möglichkeit, mit den Studierenden auch über die Portfolio-Aufgaben ins Gespräch zu kommen und wir begrüßen dies auch ausdrücklich. Wichtig ist, dass die Studierenden gesetzlich aber nicht dazu verpflichtet sind, Ihnen ihre Portfolios vorzulegen.
Nutzen Sie also gerne auch unsere Portfolio-Aufgaben, um die Studierenden darauf anzusprechen. In der Portfoliovorlage finden Sie Leitfäden, die Sie gerne für Ihre Gesprächsanlässe im Praktikum nutzen können und sollen.