Ergebnisse
Die 40 Studierenden haben im Rahmen des Projekts über zwei Semester insgesamt 100 digitale Prototypen entwickelt, von denen 30 als Prüfungsleistung überarbeitet wurden und als digitale Bildungsmaterialien1 in den Lernmodulen im Online-Kurs benutzt werden können. Die erarbeiteten Prototypen entsprechen größtenteils den aufgestellten Bewertungskriterien, vor allem stellen sie subjektive Lernergebnisse der einzelnen Studierenden dar. Eine Studentin sagte im Reflexionsinterview, dass ihr das Lernvideo deswegen besonders gut gefällt, da ihre „persönliche Handschrift“ deutlich wird und „bei jemand anderem das dann anders aussehe “. Die Qualität der Produkte liegt in der individuellen Gestaltung und Verwirklichung kreativer Ideen. Mehr Reflexionen der Student*innen finden Sie im folgenden Video:
Sie werden zu Youtube weiterleitet.
In der Abbildung können Sie einige Beispiele der Studierendenarbeiten nachvollziehen, indem Sie mit dem Cursor über die Felder der Grafik fahren.

Gefühlserbschaften & Autobiografie reflektieren
Gefühlserbschaften & Autobiografie reflektieren
Lern- und Reflexionsvideo zur Recherche der Lebensgeschichte der Uroma von Luisa (Praktikantin im Wintersemester 2019/20)
Das Nachzeichnen der Lebensgeschichte verdeutlicht den Handlungsspielraum dieser Person und wirft Fragen nach Verantwortung und Täterschaft auf. Im Video wird der Lernprozess dokumentiert und auch hinsichtlich der Bedeutung für die spätere pädagogische Profession reflektiert.
Das Produkt zeigt, wie sich eine Studentin der eigenen Familiengeschichte und einer potentiellen Täterschaft stellte. Reflektiert werden die emotionalen Auswirkungen eines engen sozialen und familiären Kontakts auf das heutige Erleben und Handeln.
Geschichte_n von Jüdinnen und Juden kennenlernen
In beiden Produkten werden Biografien nicht nur auf die Geschehnisse während der Verfolgung und Vernichtung reduziert, sondern die individuellen Erfahrungen vor, während und im Falle von Otto Hecht nach der Shoah einbezogen. Deutlich werden die Einflüsse der gesamtgesellschaftlichen Geschichte auf die einzelnen Lebensgeschichten. Wichtig ist auch, dass gezeigt wird, dass es Jüdinnen und Juden gab, die ermordet wurden, aber auch welche die überleben konnten. Die Formate werden den inhaltlichen Anforderungen gerecht und ermöglichen eine interaktive, selbstgesteuerte Auseinandersetzung mit den Geschichten Kölner Jüdinnen und Juden.
Lernvideo zu Otto Hecht
Lernvideo zu Otto Hecht (08.02.1905, Köln - 1993, Jerusalem), Alumnus der Universität zu Köln
Dargestellt wird, dass Otto Hecht während seiner Lehrtätigkeit in Kölner Schulen promoviert und 1934 den Doktorgrad erwirbt. Kurz danach emigriert er ins britische Mandatsgebiet Palästina. Nach der Staatsgründung Israels wirkt er am Aufbau des Bildungssystems mit. In Zusammenarbeit mit seinen Nachfahren wurde ein Padlet erstellt, um Daten, Bilder und bisher ungeklärte Fragen übersichtlich zu sammeln.
Interaktiver Zeitstrahl zu Lilli Jahn
Interaktiver Zeitstrahl zu Lilli Jahn (05.03.1900 Köln - 17.06.1944,KZ Auschwitz), Alumna der Universität zu Köln
Eindrücklich wird gezeigt, wie Lilli Jahn 1919 das Abitur an der Kölner Kaiserin-Augusta-Schule erwirbt. 1924 promoviert sie als eine der ersten Frauen an der Uni Köln in Medizin. Sie gründet eine Familie und zieht nach Hessen. Nach der Scheidung ist sie der antisemitischen Verfolgung der Nazis schutzlos ausgesetzt, 1943 wird sie zunächst ins Arbeitslager Breitenau und von dort nach Auschwitz deportiert, wo sie ermordet wird.
Antisemitisms verstehen & bekämpfen
Beide Produkte zeigen wichtige Prämissen des Themenfeldes auf: Die Unterscheidung von Antisemitismus und Rassismus wird deutlich, Antisemitismus wird nicht als eine Unterform von Rassismus vermittelt. Die vielfältigen Formen von Antisemitismus werden benannt und differenziert betrachtet, auch israelbezogener Antisemitismus wird explizit benannt. Wie bereits kritisch angemerkt, wurde leider zu wenig berücksichtigt, digitale Formate zu nutzen bzw. zu erstellen, die eine interaktive und interessengeleitete Erkundung der Inhalte ermöglichen würden.
Lernvideo zur Unterscheidung von Antisemitismus und Rassismuss
Lernvideo zur Unterscheidung Antisemitismus und Rassismus
Im Video werden die Gemeinsamkeiten und vor allem die Unterschiede von Antisemitismus und Rassismus herausgearbeitet, die notwendig sind um die Wirkungsweise dieser unterschiedlichen Ungleichheitsdeologien nachzuvollziehen.
Wissenschaftliches Poster zu israelbezogenem Antisemitismus
Wissenschaftliches Poster zu israelbezogenem Antisemitismus
Das Poster zeigt auf, dass israelbezogener Antisemitismus ein weit verbreitetes Phänomen ist. Im Gegensatz zum “klassischen” Antisemitismus werden “Juden” nicht explizit als Feindbild benannt, sondern auf Israel projiziert. Dennoch finden hier alte Stereotype, die seit jeher typisch für den Antisemitismus sind, was an einigen Beispielen verdeutlicht wird.
Israel als demokratischen Staat im Nahen Osten erfahren
Die beiden Produkte zeigen wichtige Prämissen des Themenfeldes auf: In den beiden Produkten wird zum einen Israel unabhängig vom Nahost-Konflikt in seiner Vielfalt gezeigt. Der Nahost-Konflikt wird in seiner Komplexität erkennbar. Die erstellten Videos ermöglichen asynchrones Lernen im eigenen Tempo und nach individuellem Interesse, die Möglichkeiten des digitalen Raums wurden also genutzt.
Lernvideo zu Yom HaDhoah
Lernvideo zu Yom HaShoah, dem israelischen Holocaustgedenktag
Das Video zeigt einen Einblick in die israelische Erinnerungskultur und schildert eindrücklich, wie am jährlichen „Gedenktag für die Märtyrer und Helden des Holocaust“ (hebr. "Yom HaShoah") den sechs Millionen ermordeten Jüdinnen und Juden gedacht wird.
Lernvideo zur Entwicklung des Nahen Osten bis 1930
Lernvideo zur Entwicklung des Nahen Ostens bis 1930
Das Video (Powerpoint mit Voiceover) gibt einen Überblick über die Entwicklung des Nahen Ostens im Zeitraum 1880 bis 1930. Die bereits hier entstehenden Konfliktlinien und somit ein Teil der Komplexität des Nahostkonflikts werden aufgezeigt.
1 Da wir den individuellen Lebenslagen und Interessen der Studierenden nachkommen wollten, unterscheiden sich teilweise die Formate der überarbeiteten Bildungsmaterialien von den vorab ausgewählten Formaten. Auch bot sich hier die Gelegenheit einen vorherigen Prototypen in ein attraktiveres Format zu überführen.